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Theodor - Fliedner - Schule
Biegerstraße 15
65191 Wiesbaden

Tel: 0611-317210
Fax: 0611-314918
Email: theodor-fliedner-schule@wiesbaden.de

Gesellschaftslehre

Unter dem Oberbegriff "Gesellschaftslehre" werden Geschichte, Erdkunde und Politik + Wirtschaft zusammengefasst.

Diese drei Fächer beginnen in unterschiedlichen Klassenstufen und werden auch nicht durchgängig von Klasse 5 bis 9 bzw. 10 erteilt, sondern untereinander ausgetauscht. Um eine engere Bindung zur jeweiligen Lehrkraft zu ermöglichen, unterrichtet diese Person möglichst beide aktuellen GL-Fächer in einer Klasse. In den unteren Jahrgangsstufen ist dies meistens die Klassenlehrein bzw. der Klassenlehrer. Je nach Stundentafel werden die GL-Fächer ein oder zwei Wochenstunden unterrichtet.

Ob im Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialzweig -- die Unterrichtsthemen für die GL-Fächer sind sehr umfangreich und sollen ein solides Grundwissen über historische, politische, soziale, wirtschaftliche und geografische Zusammenhänge vermitteln. (Die meisten Realschüler/innen entscheiden sich bei der Abschlussprüfung im Teil "Präsentation/ mündliche Prüfung" für ein GL-Thema.) Zur Verdeutlichung dienen nachfolgend die verbindlichen Unterrichtsthemen an Gymnasien. Für die Hauptschule und Realschule sind sie entsprechend unter www.kultusministerium.hessen.de einsehbar.


I. Geschichte an Gymnasien ( verkürzter Bildungsgang G8)

- 6. Klasse: Ur-/Frühgeschichte, Hochkultur Ägyptens, Griechische Antike [26 Std. insgesamt]

- 7. Klasse: Römische Antike, Leben im Mittelalter, Neuzeit und Europäisierung der Welt, Reformation und Gegenreformation [52 Std.]

- 8. Klasse: Absolutismus und Aufklärung, Französische Revolution, Deutscher Bund, Industrielle Revolution, dt. Kaiserreich von 1871 [52 Std.]

- 9. Klasse: Imperialismus und I. Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und II. Weltkrieg, geteilte Welt 1945-90, Deutschland und Europa in der Weltwirtschaft am Ende des 20. Jahrhunderts [52 Std.]
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II. Erdkunde an Gymnasien (G8)

- 5. Klasse: Erde im Überblick, Orientierung im Raum, regionale Umweltprobleme und Schutzmaßnahmen, Nordsee/ Ostsee, Alpen, geografische Grundkenntnisse über Deutschland und Europa [50 Std. insges.]

- 6. Klasse: Grundzüge des Gradnetzes, Klimazonen Europas, Verkehrsströme, ein westeurop. Land, Südeuropa/ Mittelmeer, Mitteleuropa/ Polen [25 Std.]

- 8. Klasse: Gradnetz, Bewegung der Erde, Klima- und Vegetationszonen der Welt, Erdrelief, Auswirkungen von Eingriffen in den Naturhaushalt, Rhein-Main-Gebiet, Teamarbeit zu anderen Regionen, topografische Wdh. aus Klasse 5-8 [46 Std.]
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III. Politik+Wirtschaft an Gymnasien (G8)

- 7. Klasse: Jugend in der modernen Gesellschaft, Demokratie und politische Beteiligung im unmittelbaren Lebensbereich, Medien und Freizeit, Wirtschaft im privaten Haushalt [54 Std. insges.]

- 8. Klasse: Jugend und Recht/ Justizwesen, Markt, Sozialstaat, Parteien/ Wahlen/ polit. Entscheidungsprozesse [55 Std.]

- 9. Klasse: Sozialstaat und Ökonomie, Arbeitswelt, Medien/ Pressefreiheit und Markt, internationale Zusammenarbeit und Friedenssicherung, internationale Wirtschaftsbeziehungen, Grundwerte der Verfassung [82 Std.]

- Zur schülerorientierten Vermittlung der Unterrichtsthemen werden in GL zahlreiche Exkursionen durchgeführt, z.B. Besuche in regionalen Museen, im Wiesbadener Rathaus, in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen (Weimar), in der Domäne Mechthildshausen, bei Fraport AG etc. Ebenfalls bei Schüler/innen beliebt sind kleine Experimente in Erdkunde und der Bau einfacher Modelle in Geschichte.

Abschließend folgen zwei Beispiele von anschaulichem GL-Unterricht. Zunächst geht es um ein Expeiment der 6G1 in Erdkunde mit selbst gebauten Vulkan-Modellen unter der Leitung von Herrn Daschmann. Danach wird eine Exkursion der 7G1 mit Herrn Wolf zum Wiesbadener Kultur- und Veranstaltungszentrum "Schlachthof" vorgestellt:


Experiment in Erdkunde: Ein Vulkan im Klassenraum


MATERIALIEN

Großes Becherglas mit Gips
Kleines Becherglas mit rot eingefärbtem Wasser
Reagenzglas mit Backpulver
Gummistopfen mit Glasrohr
Metallspatel, kleine Äste, Kuchenpapier
Plastikwanne mit Sandberg
Erlenmeyer-Kolben (in Mitte des Sandbergs)


SICHERHEITSHINWEISE

Unbedingt Schutzbrille tragen, längere Haare bitte zusammenbinden!


VERSUCHSDURCHFÜHRUNG

1. Schutzbrille aufsetzen.
2. Ästchen als Bäume im Kreis auf halber Höhe auf den Sandberg setzen.
3. Das gefärbte Wasser aus kleinem Becherglas in das große Becherglas mit dem Gips geben.
4. Diesen Brei ca. eine halbe Minute umrühren.
5. Gipsbrei in den Erlenmeyer-Kolben im Sandberg geben.
6. Backpulver dazu geben, mit Metallspatel kurz umrühren.
7. Erlenmeyer-Kolben mit Stopfen fest verschließen.
8. Beobachtungen notieren.

Unterrichtsgang der Klasse 7G1 zum KuK Schlachthof Wiesbaden e.V.

Im PoWi-Unterricht von Herrn Wolf ging es um das Thema der politischen Mitbestimmung der Bürger/innen in ihrer Gemeinde. Um zu erfahren, wie sich bürgerliche Interessen auf kommunaler Ebene umsetzen lassen, besuchte die Klasse 7G1 am 8. Mai 2007 den ehemaligen Wiesbadener Schlachthof, der als Kultur- und Kommunikationszentrum genutzt wird. Nach einer Besichtigung der Räumlichkeiten referierte Herr Schulz, einer der Mitbegründer, über die Entstehung und Arbeitsweise des Vereins:

Der 1890 in Betrieb genommene Schlachthof, hinter dem Wiesbadener Hauptbahnhof gelegen, wurde seit seiner Schließung Ende der 1980er Jahre massiven Umgestaltungen unterzogen. Anfangs sollte der gesamte Gebäudekomplex einer Freifläche weichen um für die Innenstadt eine Abluftschneise zu erhalten. Dagegen formierte sich aus dem Bereich der alternativen Kulturszene Widerstand, - wenigstens einige Gebäude wollte man vor dem Abriss retten und in ein Kulturzentrum für Konzerte, Festivals und Jugendfreizeitaktionen schaffen, denn so etwas gab es in Wiesbaden bis dato nicht.  Es entstand eine Interessengemeinschaft, die erfolgreich mit der Stadt über die Nutzung verhandelte, Dreck und Trümmer vom verfallenen Gelände beseitigte und Gebäude in Eigeninitiative renovierte. Aus dieser Interessengemeinschaft ist u.a. das KuK Schlachthof Wiesbaden e.V. hervorgegangen. Der Verein wurde vor zwölf Jahren gegründet, beschäftigt 16 feste und rund 40 freie Mitarbeitende. Die festen treffen gemeinsam grundlegende Entscheidungen für den Verein, jede/r hat aber auch einen eigenen Zuständigkeitsbereich mit Entscheidungsspielraum.

Der Schlachthof bietet für jede Kulturveranstaltung genügend Platz: 1800 Gäste passen in den ehemaligen Schlachtsaal und 200 in die alte Räucherkammer. Daneben gibt es eine kleine Bar, das 60/40. Die Besucherzahlen steigen stetig an und lagen 2006 bei ca. 150 000.  Bands aus der Region können im Obergeschoss des Gebäudes kleine Proberäume mieten. Bis zum Abriss einiger Hallen auf dem Schlachthofgelände konnten Grafitti-Sprayer dort ihr Können zeigen, heute dürfen sie (nach Absprache) wenigstens noch die Rückwand des Schlachtsaales dazu benutzen.

Der Verein möchte für das Gelände bei der Stadt eine Erbpacht auf 66 Jahre erwirken; der Komplettabriss des Schlachthofes schiene dann langfristig abgewendet. Ein Streitpunkt mit der Stadt ist die Frage nach der finanziellen Unterstützung des Schlachthofs, denn es stehen zahlreiche Renovierungen und Reinigungsarbeiten aus, für die der Verein nicht alleine aufkommen kann. Auch wird dringend ein Backstage-Bereich gewünscht, wo sich Künstler in Ruhe auf ihr Konzert vorbereiten. Dies böte die Chance auch international das Interesse an Wiesbaden als Konzert- und Event-Stätte zu erhöhen.