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Anschrift
Theodor - Fliedner - SchuleBiegerstraße 15
65191 Wiesbaden
Tel: 0611-317210
Fax: 0611-314918
Email: theodor-fliedner-schule@wiesbaden.de
Gesund und Fit
2. Gesunde und bewegte Schule
„Unser Schulalltag ist gesund, bewegt, lebendig, kreativ. Wir wollen fit im Kopf sein und im Unterricht aktiv.“
2.1. Ziele des „Fit & Gesund“ Konzepts
Mit Beginn des Schuljahres 2006/07 begab sich das Kollegium der Theodor-Fliedner-Schule auf den Weg zur „Gesunden Schule“ durch Einführung einer Pilotklasse unter dem Motto „Fit & Gesund“ und durch die Entwicklung eines entsprechenden Konzepts als Reaktion auf die Veränderungen der Bedingungen heutiger Kindheit und Jugend. Im Schuljahr 2007/08 wurde das Konzept, das inzwischen Bestandteil unseres Schulprogramms ist, auf insgesamt 5 Klassen ausgeweitet. Dieses Konzept setzt sich insbesondere eine gesundheitsbewusste Lebensausrichtung mit einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis im schulischen Lebensraum zum Ziel. Neben den Schwerpunkten „Bewegter Unterricht“ und „Gesunde Ernährung“ bilden Gewalt- und Drogenprävention, Mobilitätserziehung, ökologische Bildung und Arbeitsschutz essentielle Unterrichtsinhalte auf dem Weg zu einer „gesunden Schule“. Wir streben eine sukzessive Zertifizierung aller Bausteine an; im Juli 09 haben wir als Schule bereits das Teilzertifikat „Bewegung“ erworben, was uns im Rahmen eines Sportfestes als Schulgemeinde von unserem Schulamtsdezernenten ehrenvoll mit entsprechender Ansprache überreicht wurde. Das Zertifikat wurde uns verliehen, weil die insbesondere in den 5. und 6. Klassen eingeführten Bewegungs-, Konzentrations- und Entspannungsübungen den Ansprüchen genügen. Im Schuljahr 2009/10 setzen wir uns zum Ziel, das Teilzertifikat „Ernährung“ zu erwerben.
Mit Beginn des Schuljahres 2008/09 wurde unser „Fit & Gesund“ Konzept mit Minimalzielen in allen Klassen umgesetzt, evaluiert und kontinuierlich weiterentwickelt.
Folgende Rahmenbedingungen sollen nach Möglichkeit mitbedacht werden:
Ø Die Klassenräume aller Klassen einer Jahrgangsstufe liegen räumlich nah beieinander.
Ø Es werden Jahrgangsteams eingerichtet.
Ø Es steht jedem Jahrgang und den Lehrerteams nach Möglichkeit ein zusätzlicher Raum zur Verfügung, der für Ruhe, Gymnastik, Gruppen- oder auch Freiarbeit genutzt werden kann.
Ø Die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer hält unter Berücksichtigung der Fächerkombination möglichst viele Stunden in der eigenen Klasse.
Ø Regelmäßig stattfindende Teamsitzungen werden bei der Stundenplangestaltung berücksichtigt. Sie sollen sowohl den Austausch als auch Absprachen bezüglich der fachlichen und sozialen Zielsetzungen des Unterrichts garantieren.
Ø Fächerübergreifende Unterrichtsprojekte, wie zum Beispiel Ernährungs- und Bewegungspläne, gehören genauso zum Konzept der „Fit & Gesund“ Klassen wie Unterrichtsgänge, die die Schule öffnen, indem der Lernort nach außen verlegt wird, wobei für ein gesundes Lernklima Sorge getragen wird. Hierzu gehören z.B. Projekte wie „Kletterpark Neroberg“, „Sportnacht“ in den Hallen der TFS oder gemeinsames Zelten. Auch die mehrtägigen Unterrichtsgänge (Klassenfahrten) der „Fit & Gesund“ Klassen entsprechen inhaltlich dem „Fit & Gesund“ Konzept und berücksichtigen diese Aspekte.
Grundlegend ist bei allen Aspekten die Einbeziehung der Familie, mit deren Unterstützung die Alltagsumsetzung schulischer Inhalte erst nachhaltig realisiert werden kann.
Baustein Bewegung
- Von 2006 – 2008 haben mehrere schulinterne Fortbildungen an der Theodor-Fliedner-Schule stattgefunden, in deren Verlauf eindrucksvoll vorgeführt wurde, mit welch kleinen Mitteln und welch geringem Aufwand es gelingen kann, Unterricht so „bewegt“ zu gestalten, dass dadurch die Basis für die Schülerinnen und Schüler geschaffen wird, sich über einen längeren Zeitraum hinweg auf die Unterrichtsinhalte konzentrieren zu können.
- Inzwischen haben wir das Teilzertifikat „Bewegung“ erworben und sind damit unserem Ziel auf dem Weg zu einer gesunden Schule näher gekommen.
- Der Sportunterricht der Theodor-Fliedner-Schule ist dreistündig.
- Die Klassen der 5. und 6. Jahrgangsstufe verfügen über Pausenkisten mit bewegungsfördernden Spiel- und Sportgeräten, wie Springseilen, Jakarta, Softbällen u.ä.
- Für jede Klasse der TFS sind die Turnhallen ca. zwei Wochen pro Halbjahr in der zweiten großen Pause für Pausensport geöffnet.
- Tägliche Sport- und Bewegungsprogramme sowie Entspannungsübungen sind mit dem Ziel, die kognitiven Belastungen auszugleichen, in den Unterricht integriert.
- Im Unterricht aller Fächer werden lebendige und bewegte Unterrichtsmethoden angewandt.
- Ein Materialordner mit ausgearbeiteten Unterrichtsmaterialien zu den Themen Bewegungspausen, Entspannungs- und Konzentrationsübungen, sowie Unterrichtsbeispielen für den „bewegten Unterricht“, steht zur Verfügung.
- In jeder Klasse werden Unterrichtsrituale, Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale erarbeitet. Das Klassenteam und/oder die jeweilige Klasse entscheiden sich für jeweils eines der Rituale. Alle Lehrer einer Klasse verpflichten sich dazu, diese Rituale in jeder ersten und letzten Unterrichtsstunde durchzuführen. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schüler und auch der Lehrer gerecht zu werden, werden Rituale angeboten, die entspannend wirken oder Bewegung beinhalten, die im Sitzen oder Stehen durchgeführt werden können.
- Die Schülerinnen und Schüler erfahren den Zusammenhang zwischen ihrem Essverhalten und dem Leistungsvermögen.
- In den Jahrgangsstufen 5 und 6 wird eine Frühstückspause in den Unterricht integriert.
- Um bewusstes Trinkverhalten zu fördern und zu ermöglichen, ist es den Schüler/innen erlaubt im Unterricht zu trinken. In den Klassenräumen der fünften Klassen steht Mineralwasser zur Verfügung.
- Das Frühstücksangebot des Kiosk der TFS genügt den Anforderungen des Erlasses „Ernährungsangebote an hessischen Schulen“ (VIIA2-664/552-40 (AB 12/96) voll. Neben frischen Brötchen (Dinkel, Mehrkorn) gibt es Obst und Getränke (Mineralwasser und Apfelschorle).
- Das Mittagessensangebot geht auf die spezifischen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ein. Der Caterer des Mittagessens ist bio-zertifiziert.
Baustein Ernährung
Baustein Gewaltprävention
Schülerinnen und Schüler der TFS wurden als Streitschlichter ausgebildet und stehen in jeder Pause allen Schülerinnen und Schülern in dieser Funktion in einem eigenen Raum zur Verfügung.
Anmerkungen zur Weiterentwicklung unseres „Fit & Gesund“ Konzepts
Für die Weiterentwicklung und Fortschreibung des „Fit & Gesund“ Konzeptes zeigen sich die Mitglieder der Konzeptgruppe „Fit & Gesund“, federführend Frau Müller-Ribaric, und die Schulleitung verantwortlich.
1 Baustein Bewegung
Für die Evaluation zeigen sich Herr Koch, Frau Haberlandt und Frau Müller-Ribabric verantwortlich.
2 Baustein Ernährung
Auf dem Weg zur „Gesunden Schule“ setzen wir uns für das Schuljahr 2009/10 das Ziel, das Teilzertifikat „Ernährung“ zu erwerben. Um dies zu erreichen, sind folgende Schritte geplant.
· Methodentag „Gesunde Ernährung“
Durchführung in der ersten Schulwoche der fünften Klassen.
Gesundes Frühstück (Lebensmittel besorgen die Lehrer), Erstellen der Ernährungspyramide.
· Elternarbeit
Information zum gesunden Pausenbrot am ersten Elternabend der Klassen fünf.
· Projekte zum Thema „Gesunde Schule“
Besichtigung eines Bio – Betriebes.
Bio – Food Projekt für die Klassen eines ausgewählten Jahrgangs.
Projektwoche für die ganze Schule mit dem Thema: „Fit und gesund durch Bewegung und richtige Ernährung.“
Für die Realisierung dieser Teilziele zeigen sich Frau Bayer und Frau Pflume verantwortlich.
Baustein Lehrerinnen- und Lehrergesundheit
Am pädagogischen Tag im Februar 2009 beschäftigte sich das Kollegium mit dem Thema „Lehrerinnen- und Lehrergesundheit“. Daraus resultierten bislang ein Arbeitsplatz für Kolleginnen und Kollegen, ein strukturierteres Lehrerzimmer und es eine neu konstituierte Steuergruppe.
Eine Evaluation steht noch aus.
Baustein Gewaltprävention
Um diesen Baustein zu realisieren, beschäftigt sich eine Konzeptgruppe mit dem von der IGS-Kastellstraße vorgestellten Modell „Mediator“. Die Gruppe erarbeitet in wie weit dieses Modell auf unsere Schule anzuwenden ist. Die Streitschlichter werden evaluiert und ein Gewaltprävention-Konzept wird entwickelt.
Für die Realisierung zeigen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe verantwortlich.
Verbindliche Fortbildungen des Kollegiums
Neue Kolleginnen und Kollegen werden verpflichtet, innerhalb ihres ersten Unterrichtsjahres an der TFS eine Schulung zum Thema „Bewegter Unterricht“ durchzuführen, sofern sie diesbezüglich noch keine Qualifikationen vorweisen können. Für die Durchführung zeigen sich Frau Haberlandt und Herr Koch verantwortlich.
Materielle Ausstattung
Es werden Mittel für CD-Spieler, Pausenkisten, Gymnastikmatten, ergonomische Arbeitsmöbel zur Verfügung gestellt. Die Schulleiterin Frau Petersen wird sich für finanzielle Unterstützung einsetzen. Zusätzlich ist noch folgende Maßnahme erforderlich:
Umgestaltung des Schulhofes.
Mit Geldern, die unter anderem durch einen Sponsorenlauf der Schülerinnen und Schüler erworben wurden, soll der Schulhof in den nächsten Jahren nach den Richtlinien für eine „gesunde Schule“ umgestaltet werden. Die Schulleiterin hat es erreicht, dass Studenten der FH Geisenheim mit ihrem Professor Anfang Oktober 09 zu einem Treffen mit Schülerinnen und Lehrkräften in die TFS kamen. Sie erarbeiten bis Ende des Semesters einen Grundplan für die Umgestaltung, sodass suksessive mit der Neugestaltung einzelner Bereiche des Schulhofes begonnen werden kann.
2.2.´Wesentliche Ergebnisse bisheriger Evaluationen in Kurzfassung
Die meisten Kinder haben sich vor Unterrichtsbeginn bewegt, sodass eine kurze Morgen-gymnastik nicht in jedem Fall sinnvoll ist, wesentlich effektiver ist oftmals ein Bewegungs-programm zwischen der 3. und 4. Stunde oder nach Bedarf einzelner Kinder. Die Bewegungspause muss nach klar festgelegten Regeln verlaufen. Diese Bewegungen dürfen auf keinen Fall von Schülern angeleitet sein, denn dies führt immer zu Disziplinlosigkeit. Viele Schülerinnen und Schüler zeigen bereits am frühen Morgen ein unkonzentriertes Verhalten. Inzwischen sind CD-Player für jeden Klassenraum angeschafft und es hat sich in vielen Klassen bewährt, vor Stundenbeginn oder gegen Ende der Schulzeit Entspannungsübungen nach vorgegebener Musik zu machen. Wichtig ist auch, dass alle den Unterricht gemeinsam beginnen und gemeinsam beenden. So wurde am Pädagogischen Tag verabredet, dass jeder Lehrer und jede Lehrerin mit den Lernenden ein bestimmtes Begrüßungs- und Verabschiedungsritual einführt.
Übungen im Klassenraum bewähren sich bei den meisten Lehrkräften eher als solche, die außerhalb durchgeführt werden, weil dies für die Lehrerinnen und Lehrer einen Kontrollverlust bedeuten kann. Das Konzept muss dringend von allen in der Klasse unterrichtenden Lehrkräften getragen werden, was bedeutet, dass der Teamgedanke noch mehr geschärft werden muss. Die von unserem Diplomsportlehrer entwickelten Bewegungskarten sind sehr gut individuell einsetzbar, sie müssen aber von allen Lehrkräften auch akzeptiert werden. Häufig ist das Durchführen der Bewegungsübungen im Treppenhaus oder auf dem Schulhof mit Lärm verbunden. Es muss darauf hingearbeitet werden, dass die Schülerinnen und Schüler insgesamt in ihrem Verhalten Lärm vermeiden.
Es hat sich gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 dann ein Problem haben, die Ernsthaftig- und Nachhaltigkeit von Bewegungs- und Entspannungsübungen zu sehen, wenn diese nicht vorab theoretisch thematisiert werden. Das Konzept muss diesbezüglich sowohl auf der theoretischen als auch entsprechend praktisch umsetzbaren Ebene fundiert weiterentwickelt werden.
Es ist im Schulgebäude tabu, dass die Schülerinnen und Schüler z.B. Chips essen oder Cola trinken. Jede Lehrkraft muss sich verpflichtet fühlen, bei Bedarf ein entsprechendes Gespräch mit den Schülern zu führen. Das städtische Schulamt hat aus einem Finanztopf über „Patenschaften“ eine Summe von ca. 10.000 € zur Verfügung gestellt, sodass wir in der Lage sind, allen Klassen in regelmäßigen Abständen ein gesundes Frühstück anzubieten. Eine Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler in Hinblick auf das genaue Studieren dessen, was auf Verpackungen von Lebensmitteln und Getränken verschriftlicht ist, scheint enorm wichtig.
In Kürze muss eine sorgfältige Evaluation durchgeführt werden der bisherigen Praxis, alle Schülerinnen und Schüler nach dem „Fit und gesund“- Konzept zu unterrichten. Es werden derzeit Stimmen von Lehrkräften laut, die dieses in Einzelklassen nicht bevorzugen. Vor- und Nachteile müssen sorgfältig überprüft werden.